Berlin-Fahrt März

Markus Koob gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der BPA-Fahrt auf der Terrasse des Reichstagsgebäudes.
Markus Koob gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der BPA-Fahrt auf der Terrasse des Reichstagsgebäudes.
Am Mittwochmittag kam die erste über das Bundespresseamt eingeladene Gruppe für das Jahr 2015 überaus pünktlich am Berliner Hauptbahnhof an und wurde sogleich von Markus Koob in Empfang genommen. Nach der Begrüßung fuhr die Gruppe zusammen mit ihrem Abgeordneten in das für sie gebuchte Hotel, welches nur wenige Gehminuten vom berühmten Ku´damm (Kurfürstendamm) entfernt lag. Nach dem Mittagessen konnten die Gäste ihre Zimmer beziehen und hatten den Nachmittag und Abend zur freien Verfügung, um auf eigene Faust einen ersten Eindruck von der Stadt zu gewinnen. Die zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten wurden schnell von einigen unserer Gäste entdeckt. Ein aufmerksamer Blick auf das Programm für die nächsten Tage ließ die meisten Teilnehmer aber dann recht zeitig wieder auf ihre Zimmer zurückkehren, sollten sich in den nächsten beiden Tagen doch eine Vielzahl an touristischen Highlights aneinanderreihen. 

Das Programm für den nächsten Morgen begann mit einem Termin im Bundespresse- und Informationsamt, wo unsere Gäste lernten, dass es in diesem Bundesamt niemals einen richtigen Feierabend gibt, da es rund um die Uhr besetzt ist. So verfolgen die dortigen Angestellten auch um Mitternacht die neusten Nachrichten aus Fernost und bereiten diese auf, sodass die Mitarbeiter der Bundesministerien und des Bundeskanzleramts, sowie die Kanzlerin selbst gleich am nächsten Morgen auf die für sie relevanten Neuigkeiten zugreifen können. Auf das Informationsgespräch folgte eine Stadtrundfahrt mit einem Halt bei der Gedenkstätte Bernauer Straße. Es ging weiter durch die Bezirke Friedrichshain und Kreuzberg, immer begleitet von sehr informativen und gleichsam unterhaltsamen Kommentaren unserer Reiseleitung Frau Naumann. Die Rundfahrt endete im Bezirk Mitte, unweit des Roten Rathauses, um in einem gemütlichen Gasthaus das Mittagessen einzunehmen. Dort stieß Markus Koob zu seinen Gästen hinzu und nahm sich Zeit für persönliche Gespräche. Wenige Zeit später im Reichstag stellte sich Markus Koob dann nochmals den Fragen seiner Gäste. Zuvor hatten sie bereits die Gelegenheit live eine Bundestagsdebatte von der Besuchertribüne des Plenarsaals zu verfolgen. Der Besuch des Bundestags schloss mit einem Besuch der Reichstagskuppel und dem Ausblick über das nächtliche Berlin ab. Der Tag endete mit einem Abendessen in der Nähe des ARD-Hauptstadtstudios.

 

Der zweite Tag begann für unsere Gäste aus dem Hochtaunus noch früher, als es der erste bereits getan hatte, sollte der erste Programmpunkt sie doch tief in den Osten der Stadt führen. Neben den kulturellen und politischen Sehenswürdigkeiten bietet Berlin vor allem eine Vielzahl historischer Dokumentationen, die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen stellt sicherlich eine der interessantesten dar. Nicht allein, dass die Gebäude der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt der Stasi und der vorangestellte kurze Dokumentarfilm schon nachhaltig prägend waren; die anderthalbstündige Führung wurde von einem ehemaligen Insassen geleitet. Die Insassen mussten während ihrer Haft eine Reihe von höchst abscheulichen physischen und psychischen Foltermethoden erleiden und wurden gezwungen, erfundene Geständnisse zu unterscheiben, welche grundsätzlich auf Russisch verfasst waren und somit für sie nicht verständlich waren. Währenddessen hatten ihre Angehörigen keine Ahnung, wo sie waren und was mit ihnen geschah. Schon allein diese schrecklichen Erfahrungen zu verarbeiten, muss ungeheuerliche Kräfte in Anspruch genommen haben. Die Entscheidung, andere, wildfremde Menschen an seinem Schicksal teilhaben zu lassen und sie über die dunkle Geschichte der DDR aufzuklären, verdient großen Respekt. So empfanden auch unsere Gäste und suchten gezielt das Gespräch mit den Zeitzeugen, auch noch lange nachdem die eigentliche Führung zu Ende war. Die Fahrt zurück ins Stadtzentrum bot anschließend Zeit, diese neuen, ernsten Eindrücke sacken zu lassen. Beim anschließenden Mittagessen machte die Betreiberin des Restaurants „Pekingente“ unsere Gäste darauf aufmerksam, dass das Restaurant in der Wilhelmstraße 77 auf dem einstigen Gelände der Reichskanzlei steht, welche 1945 zerstört wurde. Ein weitere Beleg dafür, dass man in Berlin nur schwerlich um Geschichte herumkommt. Auch der nächste Programmpunkt sollte eine historische Ausrichtung haben. Das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ in Kreuzberg befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Staatspolizeiamts, sowie der ehemaligen Zentrale der SS und des Sicherheitsdienstes, die Ausgangpunkte des nationalsozialistischen Terrors also.  Die Eindrücke waren wieder einmal so fesselnd, dass viele Gäste auch nach der Führung noch im Dokumentationszentrum verweilten. Der letzte Programmpunkt sollte sie allerdings wieder in die Gegenwart befördern. Nach einem recht frühen Abendessen zusammen mit Markus Koob in der Nähe des Tiergartens, stand um 19 Uhr eine Führung durch das Kanzleramt an, ein weiterer, aber auch letzter Höhepunkt unserer ersten BPA-Fahrt dieses Jahres. 

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