Praktikumsbericht von Johannes Streit

"Mein Praktikum im Deutschen Bundestag"

Mein Name ist Johannes Streit, ich bin 16 Jahre alt und besuche die 11. Klasse der Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach. Ich bin sehr politik- und geschichtsinteressiert. Da ich noch Schüler bin und das Praktikum „privat“ war, wurde ich durch die Schulleitung vom Unterricht freigestellt. Dafür bin ich sehr dankbar, da es sonst nie vorkommt, dass Schüler beurlaubt werden. Die Schule wusste wie selten und einzigartig diese Chance ist.

Von Montag, den 26. Januar 2015 bis Freitag, den 6. Februar 2015 habe ich ein zweiwöchiges Praktikum im Büro des Bundestagsabgeordneten Markus Koob absolviert. Ich habe mich bewusst für zwei Sitzungswochen entschieden, um so viel wie möglich mitzunehmen und zu erfahren.

Mein erster Tag begann um 11:00 Uhr in der Dorotheenstraße 101. Nachdem ich die Sicherheitsschleuse und  Kontrollen passiert hatte, wurde ich von Katharina Rock, die einen sympathischen und lockeren ersten Eindruck auf mich machte, abgeholt und in das Büro gebracht. Dort erwarteten mich Ria Schulz und Jonny Kumar. Sie waren alle sehr nett und offen und haben mir gleich das „Du“ angeboten.  Ich habe mich sofort sehr wohl und angekommen gefühlt.  Nachdem ich mich vorgestellt hatte und die drei auch etwas von sich erzählten, führte mich Jonny in sein Büro. Dort hatte man mir einen Tisch mit einem Laptop bereitgestellt. Das war für die nächsten beiden Wochen mein Arbeitsplatz. Jonny und ich führten ein kurzes Gespräch, in dem wir Formalitäten klärten und er mir mitteilte, was mich erwarte würde. Dies stimmte alles mit meinen Vorstellungen überein und übertraf sie sogar. Im Büro hatte ich ein eigenes Fach, in das mir zum Beispiel Schreiben oder Briefe hineingelegt wurden, die ich bearbeiten sollte. Mir wurden viele verantwortungsvolle Aufgaben übertragen.

So durfte ich  mit Herrn Koob oft Finanz- und Familienausschüsse besuchen, in denen es zum Beispiel um die „Attraktivitätssteigerung  der Bundeswehr“ ging oder als eine Dame der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte eine Studie zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ präsentierte.

Des Weiteren durfte ich zwei Seminare, welche „alleinerziehende Familien“ zum Thema hatten, vorbereiten. Wir hatten einen tollen Raum, der genau gegenüber dem Reichstag lag. Jeden Tag um ca. 11:30-12:00 sind wir als „Büro“ zusammen in die Kantine namens „Lampenladen“ essen gegangen. Am dritten Tag meines Praktikums durfte ich Herrn Koob begleiten, der zu einem Neujahrskonzert von der Bayerischen Landesvertretung in das Konzerthaus am Gendarmenmarkt eingeladen wurde. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Dort spielte das erstklassige bayerische Landesjugendorchester Klassik kombiniert mit Jazz und Blues. Ich saß dabei ca. drei Reihen hinter Thomas de Maizière.  Danach wurden wir noch in die Bayerische Vertretung zum Sektempfang eingeladen, wo es neben guter traditioneller  Blasmusik auch noch leckere  „Snacks“  gab. Es war ein toller Abend und ich konnte Herrn Koob besser kennen lernen. Es war ein langer Tag von 9:00 Uhr bis Mitternacht.

Einer der vielen Höhepunkte meines Praktikums war die Gedenkrede des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert für den kurz vorher verstorbenen ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Diese verfolgte ich von der Pressebühne im Reichstag.  Es war eine einzigartige Atmosphäre und sogar Angela Merkel war da. Auch die anderen Plenarsitzungen, die ich an fünf Tagen verfolgt habe, übten eine große Faszination auf mich aus. Im Herzen der deutschen Politik zu sitzen ist etwas ganz Besonderes.

Zudem habe ich viele nette Leute kennengelernt und Kontakte knüpfen können, wie zum Beispiel mit einem 19-Jährigen Praktikanten des Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Fuchs.

Abschließend kann ich sagen, dass ich eine unglaubliche schöne und lehrreiche Zeit in Berlin hatte. Ich machte viele neue Erfahrungen und verstehe nun unser politisches System besser. Meine Erwartungen wurden übertroffen und ich kann jedem, der sich für Politik interessiert, dieses Praktikum absolut weiterempfehlen. Der Grund: Näher kann man an deutscher Politik nicht dran sein. Letztendlich möchte ich mich bei Herrn Koob und seinen Mitarbeitern bedanken, da sie mich so gut integriert haben und einfach nett und herzlich waren.

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