Quelle: Nicole Völker
Quelle: Nicole Völker

 

Wälder bedecken mit 11,4 Millionen Hektar rund ein Drittel der Fläche Deutschlands. Sie prägen unsere Landschaften und geben Heimat. Der Wald ist aber nicht nur Erholungsgebiet. Er bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Er ist ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor in ländlichen Regionen – wichtig sowohl für die Holz- und Forstwirtschaft als auch für den Tourismus. Und er dient in besonderem Maße dem Klimaschutz, denn er produziert Sauerstoff, filtert Schadstoffe aus der Luft, bindet und speichert CO2, reguliert den Wasserhaushalt und verhindert Bodenerosion.

Deshalb hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion immer Politik für den Wald gemacht. Ziel ist es, dass unser Wald - neben dem ökologischen - ein gesellschaftlich wesentlicher Wirtschafts- und Erholungsraum bleibt. Ein mögliches Instrument hierfür kann unter anderem eine ausreichende, praktikable Honorierung der zahlreichen Ökosystemleistungen sein, die unser Wald erbringt. Aktuell leidet dieser massiv unter Sturm, Dürre, Brandgefahr und Schädlingen. Die Unionsfraktion hat darauf reagiert und für eine Positionierung des Bundestages gesorgt: „Unser Wald braucht Hilfe – Waldumbau vorantreiben“ (Drucksache 19/11093). 

 

Das ist der aktuelle Stand

Es gibt in Deutschland zwei Millionen Waldeigentümer. 48 Prozent des Waldes ist in privater Hand. 29 Prozent befinden sich im Eigentum der Länder, 19 Prozent im Eigentum von Körperschaften und vier Prozent im Eigentum des Bundes.

In der Holz- und Forstwirtschaft – einschließlich dem Papier-, Druck- und Verlagsgewerbe sowie dem Holzhandel – arbeiten 1,1 Millionen Beschäftigte. Sie erwirtschaften einen Umsatz von rund 180 Milliarden Euro.

Der Wald in Deutschland und Holzprodukte entlasten die Atmosphäre um jährlich rund 127 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht 14 Prozent des Gesamtausstoßes im Land.

Stürme, Dürre, Schädlinge und Waldbrände haben in deutschen Wäldern schwere Schäden angerichtet. Betroffen sind vor allem Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen. Inzwischen ist von einem Schadholzanfall von 178 Millionen Kubikmetern auszugehen. Eine Fläche von mindestens 285.000 Hektar muss wiederbewaldet werden.

Die Holzlager sind überfüllt. Das Überangebot führt zu einem drastischen Preisverfall auf dem Holzmarkt. Die Erlöse sind nicht mehr kostendeckend. Dies bedroht die Existenz vieler forstwirtschaftlicher Betriebe.

Private und staatliche Forstbetriebe sind mit der Bekämpfung und Eindämmung der Schäden überfordert. Um das Schadholz flächendeckend zu beseitigen, kann die Bundeswehr angefordert werden.

 

Das ist bisher passiert

Bund und Länder fördern seit Jahren den Waldumbau. Viele Nadelwälder aus Kiefern und Fichten wurden gemischte Wälder. Diese sind klimastabiler und widerstandsfähiger.

Die Koalitionsfraktionen haben die Mittel zur Bewältigung von Extremwetterfolgen im Wald in der „Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz“ (GAK) deutlich erhöht. Für 2020 stehen seitens des Bundes 98 Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kommt ein Kofinanzierungsanteil der Länder in Höhe von 40 Prozent. Darüber hinaus hat sich die CDU/CSU-Fraktion dafür stark gemacht, dass die Länder weitere 40 Millionen Euro an Bundesmitteln für Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel einsetzen können.

Auf Betreiben der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat der Bundestag 547 Millionen Euro zusätzlich für Waldmaßnahmen im Klimapaket bewilligt. Davon gehen 478 Millionen Euro über die GAK direkt in die Waldfläche. Zusammen mit dem Anteil aus der Kofinanzierung der Länder stehen allein aus der GAK rund 800 Millionen Euro zur Verfügung.

Alle zehn Jahre erfolgt eine Bundeswaldinventur. Die nächste Inventur findet zwischen April 2021 und Dezember 2022 statt.

Zur langfristigen Stabilisierung der Wälder stehen nun zusätzlich 25 Millionen Euro bereit: fünf Millionen pro Jahr. Damit können Wälder wiederaufgeforstet, Schädlinge bekämpft und vorbeugende Maßnahmen gegen Waldbrände getroffen werden. Das Geld gibt es zusätzlich zu den bereitstehenden Mitteln des Bundes für den Wald aus der GAK. Diese umfassen rund 30 Millionen Euro pro Jahr.

Die aktuelle Ausnahmesituation in den Wäldern erfordert Sonderregeln: Für einen befristeten Zeitraum dürfen ausländische Spediteure zusätzliche Transportleistungen erbringen. So kann Schadholz schneller beseitigt werden. Eine Verlängerung dieser Regelung wird geprüft.

Es wird daran geforscht, welche seltenen heimischen Laubbäume – etwa Linden- und Ahornarten oder Wildobst – vermehrt angepflanzt werden könnten. Außerdem wird geprüft, welche eingeführten Baumarten gut in unser Ökosystem passen und möglicherweise besser mit Dürre zurechtkommen. Beispiele hierfür sind die Douglasie oder die Roteiche.

Auch auf internationaler Ebene treibt die Unionsfraktion den Schutz der Wälder, die Wiederaufforstung, den Kampf gegen illegalen Holzhandel sowie die nachhaltige Waldwirtschaft voran. Deutschland gehört zu den größten Gebern: Waldvorhaben in Entwicklungsländern fördert die Bundesregierung derzeit mit einem Volumen von über zwei Milliarden Euro. Wichtigste Förderregion ist dabei Subsahara-Afrika, das wichtigste einzelne Förderland Brasilien.

 

Das sind die nächsten Schritte

Auf Betreiben der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wurden die Bereiche Wald und Holz in das Corona-Konjunkturpaket mit 700 Millionen Euro einbezogen. 500 Millionen davon dienen der Unterstützung einer nachhaltigen Waldwirtschaft, 100 Millionen fließen in ein Investitionsprogramm für Wald und Holz, das Forstbetrieben den Zugang zu moderner Technik und IT-Unterstützung erleichtern soll. Für Maßnahmen zur Modernisierung der Holzwirtschaft und zur Stärkung des klimafreundlichen Bauens mit Holz stehen die verbleibenden 100 Millionen Euro bereit.

Dürre, Stürme, Schädlinge und Brände haben dem Wald zugesetzt. Dadurch sind allein 2018 und 2019 circa 160 Millionen Kubikmeter Schadholz angefallen. Dieses muss rasch beseitigt werden, denn es ist eine Brutstätte für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Für den Abtransport steht auch die Bundeswehr parat.

Um die geschädigten Wälder wieder aufzuforsten und an den Klimawandel anzupassen, wird ein Mix aus Nadel- und Laubbäumen gebraucht. Dazu müssen mehrere Millionen Bäume gepflanzt werden.

Die Wälder müssen stärker an den Klimawandel angepasst werden. Über den Waldklimafonds soll der Waldumbau stärker gefördert werden. Gezielt unterstützt werden sollen Eigentümer kleiner Privatwälder.

Die Unionsfraktion regt eine „Holzbauoffensive“ an. Der Staat sollte dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Da Holz CO2 speichert und langfristig bindet, können Holzhäuser einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Auch soll die Vermarktung von Holz erleichtert werden.

Auf internationaler Ebene setzt sich die Unionsfraktion für einen Waldfonds ein, der für alle Geber offen sein soll, der also auch ein Engagement privater und nichtstaatlicher Organisationen ermöglicht.

Auf Ebene der Vereinten Nationen soll eine Initiative zur Rettung des Amazonas-Regenwaldes gestartet werden. Sie wurde von Frankreich angeregt und wird von der Unionsfraktion unterstützt. Internationale Gespräche hierzu laufen. Die Brandrodungen im Amazonas-Gebiet, vor allem in Brasilien, nehmen eine besorgniserregende Dimension an.

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