Am 27. Mai, dem offiziellen hessischen Wandertag, habe auch ich mir festes Schuhwerk angezogen und bin mit dem Naturpark Taunus und vielen Wanderfreunden im schönen Weiltal unterwegs gewesen.

Unsere Tour startete am Landstein zwischen den Weilroder Ortsteilen Finsternthal und Altweilnau. Der Landstein geht auf eine kleine Siedlung (Wüstung) zurück, die hier vermutlich seit dem 14. Jahrhundert unter der Ägide der Herren von Eppstein bewohnt wurde. Ab 1515 entwickelte sie sich zu einem Wallfahrtsort mit einer prunkvollen Kirche. Von dieser ehemaligen Liebfrauen-Kirche ist nur noch die Ruine des Westturms erhalten. Unweit der Anlage wurde seit ca. 1480 die Landsteiner Mühle betrieben, diese wurde bis vor kurzem gastronomisch genutzt.

Von der Landsteiner Mühle ging es entlang der Weil hinauf zur Burgruine Altweilnau, wo ich einiges über die Geschichte des Bauwerks und der umliegenden Ortschaften lernen konnte.

Die Burg Weilnau wurde um 1200 von den Grafen von Diez erbaut und war bis 1563 bewohnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg begann der Niedergang des Gesamtkomplexes; heute sind noch der runde Bergfried, der Torturm und Mauerelemente erhalten. Von der Spitze des Bergfrieds hat man einen traumhaften Rundblick auf das Weiltal.

Weiter ging es durch die Talaue in Richtung Neuweilnau mit seinem malerischen Schloss. Auch diese Anlage geht auf die Diezer Grafen zurück – eine Nebenlinie des Hauses entwickelte sich hier und erbaute um 1300 eine neue Burg (Neu-Weilnau) als Gegenstück zur alten Anlage (Alt-Weilnau) auf dem gegenüberliegenden Berg. Um die Jahrhundertwende 1500 wurde die Burg zu einer Schlossresidenz umgebaut und diente bis 1574 den Grafen von Nassau-Weilburg als Residenz. Heute ist es Sitz des Forstamtes Weilrod, dessen Amtsbezirk sich auch auf die der Nachbargemeinden im Usinger Land erstreckt und auch Rosbach, Friedberg, Butzbach und Ober-Mörlen einschließt.

Durch den wildromantischen Wald oberhalb des Ortes gelangten wir wieder zurück zum Landstein. Dort wartete ein leckeres Grillbüffet auf die Wanderer.

Vielen Dank den Wanderführern vom Naturpark Taunus für die kurzweilige Betreuung und die hervorragende Organisation. Es war auch eine schöne Gelegenheit, um auch viele gute Gespräche mit den Mitwandernden zu führen.

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