Praktikumsbericht Yannick Dreyer

Yannick Dreyer mit Markus Koob und Jonny Kumar vor dem Reichstagsgebäude.
Yannick Dreyer mit Markus Koob und Jonny Kumar vor dem Reichstagsgebäude.
Voller Vorfreude betrat ich am 13. April das Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestags. Heute sollte mein Praktikum im Büro meines Wahlkreisabgeordneten Markus Koob beginnen. Sogleich wurde ich herzlich in das Team um Herrn Koob, Jonny Kumar, Ria Schulz, Katharina Rock und Johannes Dehn aufgenommen. Auf typische „Praktikantenbeschäftigungsmaßnahmen“, wie z. B. Kaffeekochen und Kopieren, wartete ich vergebens; stattdessen wurden mir sofort verantwortungsvolle Aufgaben übertragen. Dazu gehörte zweifelsohne die Beantwortung von Bürgerschreiben und Telefonanrufen, die regelmäßig eintrafen und ein breites Themenspektrum zum Inhalt hatten. Als politisch interessierter Mensch war es deshalb für mich besonders spannend, mich mit verschiedenen und durchaus komplexen Sachverhalten auseinandersetzen zu dürfen und mit den Bürgerinnen und Bürgern in direkten Kontakt zu treten. Ich war positiv überrascht, mit welchem Engagement sich Markus Koob und das ganze Büroteam um die Belange des Wahlkreises kümmern. 

Aktiv mitwirken konnte ich auch bei der Organisation einer Berlin-Fahrt politisch interessierter Bürgerinnen und Bürger aus dem Wahlkreis, wo einige kurzfristige Änderungen (dank Bahnstreik) durchgeführt werden mussten. Nebenbei konnte ich die Gruppe auch zu einigen Stationen ihres Programms begleiten, z. B. in das ehemalige Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen, die Hessische Landesvertretung und das Schloss Cecilienhof in Potsdam. Auch das Bundeskanzleramt konnte ich besichtigen.

Da in diesem Jahr ein neuer Bundesverkehrswegeplan veröffentlicht wird, mussten die Projekte, die aus dem Wahlkreis angemeldet wurden, in einem Schreiben an das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur beworben werden, damit diese in den Plan aufgenommen werden – auch dies konnte ich übernehmen. Bezüglich weiterer Themen aus dem Wahlkreis stand ich oft in telefonischem Kontakt mit den kommunalen Behörden vor Ort.

Einen besonderen Schwerpunkt meines Praktikums bildete aber ohne Zweifel die Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Themen aus den Ausschüssen, denen Herr Koob angehört – Familie und Finanzen. Er war auch für die CDU/CSU-Fraktion der verantwortliche Berichterstatter zum Gesetzentwurf zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags. Meine Aufgabe in diesem Zusammenhang bestand in der Erstellung einer Synopse der Stellungnahmen verschiedener Verbände zu diesem Entwurf. Die Rede von Markus Koob zu diesem Thema und die Verabschiedung des Gesetzes in der letzten Woche meines Praktikums waren deshalb für mich ein schöner Schlusspunkt meines „legislativen Wirkens“.

Da ich das Glück hatte, dass während meiner Praktikumszeit das Büro gemeinsam dem Wahlkreis einen Besuch abstattete, durfte ich das Programm dieser Fahrt ausarbeiten. Dazu gehörte auch ein Treffen mit den ehemaligen Praktikanten – ein Beweis dafür, dass sich die PraktikantInnen und das Büro auch weit über die gemeinsame Zeit in Berlin hinaus verbunden bleiben. Neben einem Stadtrundgang in Bad Homburg, einer Wanderung auf den Großen Feldberg – von der das Büro heute noch schwärmt – besuchten wir zusammen das alljährlich stattfindende Brunnenfest in Oberursel. Die Wahlkreistour war für mich auf jeden Fall das Highlight dieser vergangenen zweieinhalb Monate – eine schöne Zeit mit den Kollegen, an die ich mich noch lange zurückerinnern werde.

Neben der konkreten Arbeit im Büro ist für mich auch das „Drumherum“ besonders faszinierend gewesen. Herrn Koob konnte ich zu zahlreichen Arbeitsgruppen- und Ausschusssitzungen, sowie Berichterstattergesprächen, Unterarbeitsgruppen und Bürgerbegegnungen begleiten. Während der Plenarsitzungen verfolgte ich das Geschehen oft von der Besuchertribüne und lauschte dabei einigen Schlagabtauschen zwischen Regierung und Opposition.

Meinem persönlichen Interesse an der politischen Situation im Mittleren Osten kam es sehr entgegen, dass dazu auch mehrere Veranstaltungen im Deutschen Bundestag stattfanden, darunter eine Debatte namhafter US-amerikanischer Politologen zum iranischen Nuklearprogramm sowie eine Lesung aus dem neuesten Buch des renommierten Islamismus-Forschers Dr. Guido Steinberg mit Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth.

Zahlreiche Gedenkveranstaltungen, denen ich beiwohnen konnte, fanden während meiner Zeit statt, u.a. „50 Jahre Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel“ und „100 Jahre Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg“. Auch viele Abendevents konnte ich besuchen; dazu zählen das Sommerfest der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (an dem auch die Bundeskanzlerin teilnahm), der Besuch der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“ und die Preisverleihung der Tarabya-Medaille an die frühere Bundestagspräsidentin, Rita Süssmuth, im Hotel Adlon.

Hautnah miterleben konnte ich zwei große Staatsbesuche: Der israelische Präsident Reuven Rivlin besuchte Berlin im Mai und die britische Königin Elizabeth II. folgte im Juni.

Alles in allem kann ich ein Praktikum im Deutschen Bundestag und besonders im Bundestagsbüro Markus Koob nur empfehlen. Man bekommt nicht nur einen phänomenalen Einblick „hinter die Kulissen“ des politischen Berlins, sondern hat auch das Glück, in einem wundervollen Team nicht nur als Praktikant sondern als gleichwertiger Kollege behandelt zu werden – mit entsprechend verantwortungsvollen Aufgaben. Auch der Zugang zu exklusiven Veranstaltungen im und um den Bundestag war für mich sehr spannend und gehört zweifelsohne zu den schönen Seiten dieses doch sehr stressigen Parlamentsbetriebs.

 

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