Meine Praktikanten haben begonnen Texte über ihre Eindrücke und wichtigen Erlebnisse im Deutschen Bundestag und der Berliner Politik zu schreiben. Diese werden nun in unregelmäßigen Abständen auf meiner Homepage in der Rubrik „Im Bundestag“ unter „Praktikanten-Blog“ veröffentlicht werden. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Kennenlernen der Praktikantensicht auf die Berliner Republik.

Hier folgt nun der erste Text des neuen Praktikanten-Blogs. Er wurde von Janis Uhrig geschrieben.

Als ich am Dienstag, den 06.09. morgens ins Büro kam, lief gerade die Haushaltsdebatte an. So setzte ich mich zusammen mit den anderen Praktikanten in das Büro von Markus Koob und verfolgte gespannt die Debatte. Eine Bemerkung regte mich zum Nachdenken an: Dr. Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Linksfraktion, sprach an, dass Deutschland nicht die 0,7% des Bruttoinlandproduktes für Entwicklungspolitik bereitstelle. Diese 0,7% wurden auf dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau von den sieben größten Industrieländern vereinbart. Doch wieso ist Entwicklungspolitik in Deutschland ein Thema von solch hoher Bedeutung? Immerhin belegt Deutschland mittlerweile mit seinem Aufwand für Entwicklungsengagement weltweit mit 14,2 Milliarden Dollar den dritten Platz, hauptsächlich aufgrund der Anhebungen des Etats durch die CDU/CSU-Fraktion.

Eine nachhaltige Entwicklungspolitik ist Grundlage für die Bekämpfung von Armut, Hunger und Krankheiten mit dem Ziel der wirtschaftlichen und politischen Stabilität in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Sie könnte aber auch eine Lösung für das wohl derzeit kontroverseste Thema der Gesellschaft darstellen: Die Flüchtlingskrise. Der größte Anteil der Flüchtlinge mit 40% der Erstanträge kommt aus Syrien, doch viele stammen auch aus Ländern mit hoher struktureller Gewalt wie beispielweise Eritrea oder Nigeria (ca. 15.000 Anträge). Deshalb muss effektiv Fluchtursachenbekämpfung betrieben werden, denn mangelnde Bildung, Armut und Perspektivlosigkeit sind nicht nur Grund für ein menschenunwürdiges Leben, sondern auch ein starker Nährboden sowohl für Krieg, als auch für Extremismus - ob politisch oder religiös.

Weiterhin leistet Entwicklungspolitik einen großen Beitrag im Umweltschutz, vor allem in tropischen Ländern. In Brasilien beispielweise hat Deutschland mehr als 300 Mio. Euro für die Bewahrung des Amazonaswaldes bereitgestellt, welcher einen erheblichen Einfluss auf das Weltklima hat. Der größte Förderbereich der deutschen Entwicklungszusammenarbeit liegt im Bereich Energie. Von 2004 bis 2009 lagen die Ausgaben für Energievorhaben bei mehr als 4 Milliarden Euro. Momentan leben noch 2 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Energie und ohne diese haben die Menschen kaum Chancen sich aus ihrer Armut zu befreien. Deshalb ist die Versorgung dieser Menschen mit Energie das vorerst vorrangigste Ziel der Entwicklungszusammenarbeit.

Die Globalisierung hat der westlichen Welt einen Teil ihres Reichtums beschert und nun liegt es in ihrer Verantwortung, ihre Macht und ihre Mittel zu nutzen, um auch dem Rest der Welt ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Dies steht nicht nur im Dienst der Nächstenliebe, sondern ist der Grundstein für eine starke und nachhaltige Weltwirtschaft, von der Deutschland wiederum selbst sehr profitieren kann. Deutschland trägt mit und durch die EU einen wichtigen Beitrag zum Erreichen dieses Ziels bei.

 

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